Bastian Eggers - Smart Leadership Blog

Majo? Hä? Wo ist der Senf? – oder: wie wir WOW! Teams schaffen können

Geschrieben von Bastian Eggers | Jan 17, 2026 10:06:28 AM

Hast du schon einmal beobachtet, wie Kinder Probleme lösen? Ich stand heute Morgen im Supermarkt vor dem Regal mit den Ketchups und Saucen. Neben mir ein kleiner Junge, vielleicht neun Jahre alt. Er suchte offensichtlich etwas. Aber anstatt stumm zu suchen, redete er mit sich selbst: „Majo? Hä? Wo ist der Senf?“

Er teilte sein Problem mit. Ich wusste sofort, wo der Senf steht (einen Meter weiter links), zeigte es ihm und das Problem war in Sekunden gelöst.

Diese kleine Anekdote enthüllt ein massives Geheimnis über Leadership Team Coaching und Hochleistungsteams, das sogar durch Studien der Stanford University belegt ist. Es geht um den entscheidenden Unterschied zwischen Durchschnitt und Innovation.

Die Kernpunkte auf einen Blick:

  • Der "Senf-Effekt": Warum lautes Fragen Probleme schneller löst als stummes Suchen.

  • Stanford-Studie: Der Unterschied zwischen „Thank You Teams“ und „Wow Teams“.

  • Der Erfolgsindikator: Warum die Frequenz von Fragen über die Innovationskraft entscheidet.

  • Praxis-Transfer: Wie du eine Fragekultur etablierst.

1. Thank You Teams vs. Wow Teams

Die Stanford University hat Teams unter die Lupe genommen und dabei zwei Kategorien identifiziert:

  • Thank You Teams: Diese Teams erledigen ihren Job. Sie liefern ab, das Ergebnis ist solide. Man bedankt sich, hakt es ab, ist aber nicht überrascht. Es ist „Dienst nach Vorschrift“ auf hohem Niveau.

  • Wow Teams: Diese Teams liefern Ergebnisse, die überraschen. Sie finden Lösungen, die niemand kommen sah. Sie sind innovativ und haben das Potenzial, ganze Industrien zu verändern.

Doch was unterscheidet diese beiden Gruppen? Ist es der IQ? Die Erfahrung? Nein. Die Beobachter fanden ein ganz anderes, banales Unterscheidungsmerkmal.

2. Die Macht der "dummen" Frage

Das Hauptunterscheidungsmerkmal, das die Forscher fanden, war die Anzahl der gestellten Fragen.

Wow Teams stellen signifikant mehr Fragen als Thank You Teams.

Genau wie der Junge im Supermarkt trauen sich Mitglieder von High-Performance Teams, ihr Unwissen oder ihre Suche öffentlich zu machen. Ein „Thank You Team“ versucht oft, kompetent zu wirken, indem jeder für sich arbeitet, bis er eine Lösung hat. Ein „Wow Team“ nutzt die kollektive Intelligenz durch ständiges Fragen. Wer fragt, zeigt sich verletzlich – aber er kommt schneller an den „Senf“.

3. Leadership Team Coaching in der Praxis: Fragen statt Wissen

Was bedeutet das für deinen Führungsalltag? Wenn wir komplexe Probleme lösen wollen, ist das Schweigen der größte Feind.

Oft herrscht in Unternehmen der Glaube, dass wir als Führungskräfte und Experten Antworten haben müssen. Doch im Leadership Team Coaching arbeiten wir genau am Gegenteil: Wir müssen den Mut kultivieren, Dinge nicht zu wissen.

Der Junge im Supermarkt hatte keine Angst, „dumm“ dazustehen. Er hatte ein Ziel. Wie oft trauen sich deine Teammitglieder, in einem Meeting laut zu denken: „Ich verstehe das nicht, wo ist hier der Zusammenhang?“

Fazit

Innovation entsteht nicht durch isoliertes Brüten, sondern durch Interaktion. Die einfachste Form der Interaktion ist die Frage. Wenn du willst, dass dein Team vom soliden Abarbeiten („Thank You“) zur echten Innovation („Wow“) wechselt, musst du die Barriere für Fragen senken.

Dein nächster Schritt

Beobachte dein nächstes Meeting doch mal mit der „Senf-Perspektive“: Wird geschwiegen und genickt? Oder wird laut gefragt und gesucht?

Wenn du feststellst, dass in deinem Team zu wenig gefragt wird und du das Potenzial für echte „Wow-Effekte“ heben willst: Wir sollten sprechen. Leadership Team Coaching kann genau der Hebel sein, um diese Kultur der Neugier zu etablieren.

Wie ist das in deinem Team? Herrscht betretenes Schweigen oder lautes Suchen?

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